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Auch Austerfarmen laden zum Probieren ein
Auch Austerfarmen laden zum Probieren ein
Blick hoch zum Leuchtturm
Blick hoch zum Leuchtturm
Bunte Glasfenster in der Kapelle des Leuchtturms
Bunte Glasfenster in der Kapelle des Leuchtturms
Bunte Villen in Soulac-sur-Mer...
Bunte Villen in Soulac-sur-Mer...
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Inforeise an die Médoc Atlantikküste – Frankreichs Südwesten

Die Médoc Atlantikküste im Südwesten Frankreichs – ein Traum für Surfer und andere Wasserratten. Stürmisch ist es am langen Sandstrand, hohe Wellen überschlagen sich – hier ist das Meer noch richtig in Bewegung. Kein Wunder, dass hier jährlich im August die Surf-Meisterschaften stattfinden.

Wir übernachten im bekannten Badeort Lacanau, ca. 1 Std. von Bordeaux entfernt. Das kleine Örtchen besteht eigentlich aus zwei Teilen: der eine Teil ist gleich am Strand angesiedelt (Lacanau-Océan). Hier findet man eine nette Einkaufsstraße, die ideal auf die touristischen Bedürfnisse angepasst ist. Hier finden sich kleinere Lebensmittel-, Bekleidungsgeschäfte, Souvenirshops, Diskotheken, Cafés, Bars, Fahrradverleih – einfach bunt gemischt und alles was das Urlauberherz begehrt. Der zweite Teil ist das ruhige Hinterland. Hier stehen die ortstypischen kleinen Bungalows und kleine Ferienwohnungen, die in der Urlaubssaison vollständig belegt sind. Auch diverse Campingplätze bieten sich als Übernachtungsmöglichkeit. Inmitten von Pinienwäldern kann man hier in aller Ruhe seinen Urlaub genießen, und ist dennoch recht schnell im Zentrum von Lacanau. Luxushotels sind in Lacanau eine Seltenheit. Hier konzentriert man sich eher auf die Natur und den Sport.

Unser 2-Sterne-Hotel L’Oyat liegt direkt am Meer in Lacanau-Océan und bildet den perfekten Ausgangspunkt für sportliche Aktivitäten, egal ob Surfen, Wandern oder Radfahren. Das Naturreservat l’Étang de Cousseau liegt direkt vor der Tür und kann durch die sehr gut ausgebauten Radwege leicht erreicht werden. Wer fit genug ist, kann sogar problemlos mit dem Rad bis nach Bordeaux fahren (ca. 60 km) – ein Muss für jeden Radfan. Ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt liegt der See „Lac de Lacanau“. Hier kann man am ruhigen Gewässer entspannen oder auch eine Bootsfahrt unternehmen. Auch am etwas weiter entfernten See „Lac de Hourtin“ kann man sich wunderbar entspannen. Cafés laden zum Verweilen ein und Aktivitäten wie Stand Up Paddling sind möglich.

Ein architektonischer Höhepunkt in der Umgebung ist der Leuchtturm von Cordouan – Europas einziger Leuchtturm MITTEN im Meer. Er ist seit 1611 in Betrieb und damit der älteste Leuchtturm Frankreichs, der noch aktiv ist. Dieser imposante, 67,5 Meter hohe Turm aus weißem Stein, der auch das „Versailles des Meeres“ genannt wird, besteht aus sechs Stockwerken im Renaissancestil. Eine Besonderheit des Leuchtturms ist auch, dass es in der 2. Etage eine Kapelle gibt, die heute sogar für Hochzeiten genutzt wird. Die bunten Glasfenster stammen vom berühmten Glasmeister Lobin, der auch für die Fenster der Kathedrale Notre Dame de Paris verantwortlich ist. Noch zählt er nicht zum UNESCO-Weltkulturerbe, aber dies wird sich sicherlich bald ändern! Die Anreise dorthin ist etwas beschwerlich. Zunächst fährt man ca. 1 Stunde mit einem Boot Richtung Leuchtturm und steigt dann um auf ein Amphibienfahrzeug, um die letzten Meter auf den Dünen bis zum Leuchtturm zu überwinden. Die Bootsfahrt ist gezeitenabhängig und nur bei Ebbe möglich. Der Aufwand ist jedoch seine Reise wert, denn wenn man erst einmal die knapp 300 Treppenstufen erklimmt hat, wird man mit einer spektakulären Aussicht über den Atlantik belohnt.

Eine absolute Überraschung für mich war der Ort Soulac-sur-Mer, der ca. 1 ¼ Std. von Lacanau entfernt liegt. Hier gibt es traumhaft schöne und farbenprächtige Villen aus der Belle-Epoque zu sehen. Liebevoll gestaltet mit vielen Verzierungen (Türmchen, geschnitzte Holzdekors etc.) hat jede Villa ihren eigenen Charme und sogar einen individuell ausgesuchten Namen. In der damaligen Zeit gab es hier keine Straßennamen, sondern nur Häusernamen. Man liest Namen wie „Reve de ma vie“ (Traum meines Lebens), „Beethoven“ oder „Marie-Thérèse“. Auch die Basilika ist sehenswert und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Überreste stammen aus dem Jahr 1100. Noch heute ist sie ein Ort der Pilgerbewegung auf dem Weg nach Compostela.

Fazit: Die Médoc Atlantikküste hat viel zu bieten – besonders für Wassersport- und Naturliebhaber. Sowohl Familien als auch Aktivurlauber kommen hier auf ihre Kosten. Für mich ist die Region vergleichbar mit der holländischen Küste z. B. Zeeland – lange Strände, viele Campingplätze, Ferienhäuser und nette kleine Ortschaften zum Verweilen. Aber auch kulturelle/architektonische Highlights sind hier zu finden, wie der Leuchtturm von Cordouan oder  auch die Villen von Soulac-sur-Mer. Eine Kombination mit Bordeaux, der Welthauptstadt des Weins und Weltkultuerbe, bietet sich an. Vielleicht auch Ihr nächstes Reiseziel?

 

 

 

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